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Die Phasenlehre nach Freud: In seiner Trieblehre definiert Freud zwei Arten von Trieben: Den Sexualtrieb und den Aggressionstrieb, wobei er die Ausbildung des Sexualtriebes in mehrere Phasen einteilt. Die Entwicklung des komplementären Aggressionstriebes verläuft ungefähr gleichzeitig zu diesen Phasen, wird jedoch von Freud nicht nochmals in Einzelabschnitte unterteilt. Die Phasen werden dadurch gebildet, dass verschiedene Körperzonen des Menschen eine besondere Bedeutung für den Lustgewinn erhalten. I.
Die Orale Phase Die Orale Phase kennzeichnet
ungefähr das erste Lebensjahr des Säuglings. In ihr dominiert der Mund als
erogene Zone, der Säugling verspürt also einen besonderen Lustgewinn durch
z.B. Saugen an der Mutterbrust, was zudem auch mit der Nahrungsaufnahme
verbunden ist. Beinahe seine gesamte Tätigkeit zielt nun darauf ab, sich durch
diese orale Zone Befriedigung zu verschaffen. In dieser Phase beginnt die
Entwicklung des ICH (s.
Instanzenlehre Freud). II.Die
Anale Phase Zwischen dem zweiten und
dritten Lebensjahr gelangt das Kleinkind in die anale (auch muskulär–anale
genannte) Phase. Das Interesse und die Neugier des mittlerweile weitgehend seine
Motorik beherrschenden Kindes wendet sich nun dem Bereich der Ausscheidung zu.
Das Kind erlebt es als lustvoll, im Zuge der Reinlichkeitsgewöhnung die Weggabe
seines Kots zu verweigern. Das Ich des Kindes wird
ausgeprägt. III.1
Die Phallische oder Ödipale Phase Im vierten bis sechsten
Lebensjahr verschiebt sich die erogene Zone auf die Genitalzone. Der Junge
entwickelt den Penisstolz, der jedoch auch in Kastrationsangst umschlagen kann,
das Mädchen den Penisneid. Diese Entwicklung verläuft im Rahmen der Entdeckung
des anderen Geschlechts, also der Erkenntnis, dass es überhaupt zwei Geschlechter
gibt. Es kommt nun zum Ödipus –
Komplex, der individuell unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Hierbei
wird das gegengeschlechtliche Elternteil als Hauptobjekt der Libido erlebt, das
gleichgeschlechtliche Elternteil jedoch als Konkurrent, der dem Kind den Besitz
des anderen Elternteiles verbietet. Dieser Konflikt wird nun
durch eine Identifikation mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil gelöst. Es
prägt sich also so ein essenzieller Teil der Persönlichkeit, der mit der des
Vorbildes übereinstimmt. Das
Über-Ich bildet sich nun aus. III.2
Die Latenzphase Zwischen dem sechsten und zwölften
Lebensjahr tritt der Sexualtrieb vorerst aufgrund der gravierenden Erfahrungen
des Kindes währen der Ödipalen Phase in den Hintergrund und die Energie wird
anderweitig genutzt, z.B. durch großen Wissensdrang und Anpassung an die
Umwelt. (Schulzeit) III.3
Die Genitale Phase Mit Beginn der Pubertät,
also ungefähr ab dem zwölften Lebensjahr, wird nun der Sexualtrieb auf
gegengeschlechtliche Personen gelenkt, mit dem Hauptziel der Fortpflanzung. Nun findet eine
Normalisierung des Geschlechtlebens statt, der Heranreifende lernt seine Triebe
zu kontrollieren. Besonderen Lustgewinn verspürt dieser nun durch den
Genitalbereich. Diese Phase dauert bis ins
Erwachsenenalter und mit ihr vollendet sich die Sozialisation, die Eingliederung
in die Gesellschaft. (Klaus Maassen, Jochen Spindler, Maximilian Schäfer) |